… Hamburger Kaffee-Röster-Treffen
Nein, es gab keine Sekttaufe, es gab Espresso. Guten, mit Sorgfalt zubereiteten und von vielen fachkundigen Augen begutachteten, Espresso.

Getauft wurde das Hamburger Kaffee-Röster-Treffen. Von nun an wird es jeden dritten Samstag im Monat stattfinden. Im neuen und sehr empfehlenswerten Café Torrefaktum in Ottensen, hinter der Fabrik (dem beliebten Tanz und Veranstaltungsschuppen).
Zum Café:
Schon die Ausstattung ist es Wert, den Umweg für einen Espresso auf sich zu nehmen.
Eine rustikale Einrichtung, mit Kaffeesäcken, Treibholztischen und spontanem Spezialsorten-Kartoffel-Verkauf.

Hinten stapeln sich die Rohkaffeesäcke, stehen die Röster und Abfüllanlagen.

Der Espresso wird mit einer Vibiemme zubereitet. Das steht, denke ich, für sich.
Und das Mahlwerk erst, ein Scheibenmahlwerk mit integriertem Tamper (Kostenpunkt: schlappe 2000€).
Das wichtigste, neben der Mahlmaschine, ist dann doch der Espresso.
Der kommt aus kleinen Kaffeekooperativen aus allen Kaffeeanbaugebieten der Welt. Es gibt keine tausend verschiedenen Sorten, aber egal welcher Blend, die Sorte ist Bio und ohne Zwischenhändler eingekauft, also zu fairen Preisen.

Die Mitarbeiter haben jede einzelne Kooperative besucht, oder reisen diesen Winter dort hin. Preise, Handelsrouten und Röstverfahren – alles kein Geheimnis und wird bereitwillig erzählt und erklärt.
Diese transparenz fehlte mir bei den Lidle fairtrade Kaffees, und leider ist es mit diesen auch nicht weit her, wie ich mir erzählen ließ. Der faire Lidle-Biokaffee wird zu dem richtigen Preis gekauft, versiegelt und hier auf den Markt gebracht. Daran ist nichts faul. Doch macht der faire Kaffee dann wohl teilweise nur 30% des Kaufvolumens aus und für die restlichen würde so viel Rabatt gefordert, dass nicht mehr von „fairen“ Preisen gesprochen werden könne.
Das Café ist ein Integrationsprojekt für Schwerbehinderte. Neben dem Arbeitsamt wird es von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH getragen. In Hamburg heißt es immer, die seien nicht die besten Partner und auch die Löhne der Barrista sind das einzig nicht faire an diesem Espresso. Doch in diesem Punkt sind wir nicht machtlos: Trinkgeld
Das Kaffeeröster Treffen:
Noch ein kleiner Kreis, aber ein feiner. Viele mit eigener Röstanlage, mindestens hochgradig Kaffeeabhängig und alle sehr Kaffeeinteressiert.
Wir haben eine vietnamesische Kaffeezubereitung (schmeckt nach einer Art Nutella, nur anders) entdeckt,

dem gerade selber zusammengebastelten „Nasenbärer-Röster“ bei der Premiere zugeschaut,

der dafür eine echt passable Röstung ausschüttete,
Frischer kolumbianischer Kaffee musste für die hauseigene Mischung geröstet werden.
So viel Infos über Mischungen, Handelsrouten, Geheimtipps und Kaffee-News habe ich noch niemals auf einmal bekommen.

Die Themen der Treffen werden die Bestimmung von Bohnenqualität sein, es wird um Kaffeezubereitung, Röstverfahren und alles was sonst rund um Kaffee interessiert, gehen.
Jeder ist herzlich Willkommen, immer am dritten Samstag im Monat im netten Café Torrefaktum.
PS ein „Crack“ ist, wenn die Bohne (wie beim Popcorn) aufpoppen. Es gibt 2, und kurz nach dem zweiten sollten die Bohnen aus dem Röster, zum Auskühlen.